{"id":427,"date":"2024-07-18T13:02:46","date_gmt":"2024-07-18T13:02:46","guid":{"rendered":"https:\/\/studiomobil.net\/?p=427"},"modified":"2024-07-19T18:52:06","modified_gmt":"2024-07-19T18:52:06","slug":"was-ist-frequenzstaffelung-in-der-musikmischung-von-alexander-rothenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/studiomobil.net\/?p=427","title":{"rendered":"Was ist Frequenzstaffelung in der Musikmischung?"},"content":{"rendered":"\n<p>Autor: Alexander Rothenberg<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Nach einigen Jahren Corona- und Kinderpause geht es endlich weiter mit Tutorials zum Thema Musikmischung mit einem klaren Fokus auf Frequenzstaffelung, der schwierigsten Aufgabe in der Musikmischung. Bestenfalls haben Sie sich bereits erfolgreich die beiden Kapitel zu den akustischen Grundlagen&nbsp; durchgelesen. Dann k\u00f6nnen Sie hier weitermachen.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Grundlagen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.1. Einf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt im Fachhandel und im Internet inzwischen zahlreiche Artikel und B\u00fccher, die sich wichtigen Gebieten der Musikmischung widmen. Sie handeln von Effekten, Kompressoren, der Mischung insgesamt, dem Mastering und so weiter und so fort, aber irgendwie kam die Frequenzstaffelung, das wohl wichtigste und schwierigste Teilgebiet beim Mixing, bislang immer ein bisschen zu kurz. M\u00f6glicherweise haben Sie zwar S\u00e4tze gelesen etwa wie &#8222;bei 100 Hz geben Sie der Stimme mit einem Equalizer mehr Volumen&#8220;, oder &#8222;senken Sie die Instrumente bei 700 Hz&#8220; breitbandig ab, um pappige Mitten zu entfernen&#8220;, aber mal abgesehen davon, dass solche S\u00e4tze sehr gewagt sind, weil man schwierig verallgemeinern kann, haben sie dar\u00fcber hinaus sehr wenig mit der eigentlichen Frequenzstaffelung zu tun. Tats\u00e4chlich wird man eine Stimme selten bei 100Hz anheben k\u00f6nnen, weil hier der Bass spielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Einzige Gemeinsamkeit mit solchen S\u00e4tzen ist die Verwendung eines Equalizers. Bei der Frequenzstaffelung jedoch geht es um viel mehr. Und genau dieses &#8222;Mehr&#8220; ist wohl die mit Abstand gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde bei der Erstellung \u00fcberzeugender Mischungen. Vor allem betrifft das &#8222;Mehr&#8220; auch einen Abschied vom Fokus auf das einzelne Instrument. Bei der Frequenzstaffelung z\u00e4hlt nur das Ergebnis: die Mischung. Ob ein Instrument einzeln abgespielt pappig oder d\u00fcnn klingt, ist nicht von Belang, sondern lediglich, ob sich der Sound in der Mischung einf\u00fcgt und diese mit genau der richtigen Portion &#8222;Pappe&#8220; versorgt. Eine pappige Snare kann n\u00e4mlich durchaus Charme haben, wenn sie ein Unikat darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was hei\u00dft denn das, &#8222;Frequenzstaffelung&#8220;. &#8222;Staffeln&#8220;, so schreibt der Duden, hei\u00dft &#8222;Gliedern&#8220;, &#8222;Einordnen&#8220;, &#8222;Auff\u00e4chern&#8220; oder &#8222;Einteilen&#8220;. Vielleicht sollte man hier eher den nahe verwandten Begriff &#8222;Zuteilen&#8220; verwenden. Tats\u00e4chlich passt Frequenzen &#8222;zuteilen&#8220; bestens \u2013 und zwar den einzelnen Elementen einer Mischung, den Instrumenten. Es gibt einen Kuchen, bestehend aus allen h\u00f6rbaren Frequenzen, und jedes Instrument bekommt ein, zwei oder drei mehr oder weniger gro\u00dfe St\u00fccke davon ab. Je mehr Instrumente gleichzeitig spielen, desto mehr m\u00fcssen sich den Kuchen teilen und desto kleiner werden die St\u00fccke.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie das verstanden haben, sind Sie einer erfolgreichen Frequenzstaffelung schon viel n\u00e4her. Viele als positiv empfundene Eigenschaften einer Mischung wie Transparenz, Ausgewogenheit, r\u00e4umliche Tiefe oder Breite h\u00e4ngen unmittelbar von ihr ab.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich kennen Sie nun bereits die Quintessenz des Tutorials, das Ende. Aber bitte h\u00f6ren Sie jetzt nicht auf zu lesen. Ihnen fehlt noch der Weg dorthin. Also lernten Sie in den ersten Teilen zun\u00e4chst etwas \u00fcber Schallwellen. Sp\u00e4ter geht es noch um Raumakustik und Regieausstattung, damit Sie Ihre Frequenzstaffelung auch korrekt h\u00f6ren und beurteilen k\u00f6nnen. Danach k\u00fcmmern wir uns um die spektrale Zusammensetzung von Instrumentenkl\u00e4ngen und noch sp\u00e4ter um die Verwendung der Hauptwerkzeuge f\u00fcr die Frequenzstaffelung. Nach der eigentlichen Frequenzstaffelung er\u00f6rtern wir noch einige andere Teilgebiete der Musikmischung wie Hall und Tiefenstaffelung, bevor wir ganz am Ende den Einfluss der Frequenzstaffelung auf das ber\u00fcchtigte Premastering ins Spiel bringen. Denn ob Sie es glauben oder nicht: Mastering wird durch eine gelungene Frequenzstaffelung stark vereinfacht. Es ist n\u00e4mlich kein Problem, in einer komplexen Mischung das eine oder andere Instrument etwas lauter zu machen, wenn die Frequenzen der Instrumente sauber zugeteilt wurden. Aber beginnen wir von vorn.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.2. Was ist Geh\u00f6rbildung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Je \u00f6fter und intensiver Sie an Frequenzstaffelungen arbeiten, desto besser wird Ihr Geh\u00f6r in der Lage sein, Frequenzbereiche und wichtige Notenintervalle zu erkennen. Sie k\u00f6nnen den Vorgang jedoch massiv beschleunigen, wenn Sie Ihr Geh\u00f6r zus\u00e4tzlich trainieren. Im Fachhandel gibt es Geh\u00f6rbildungs-CDs. Da ihre Produktion bei geringer Auflage recht aufw\u00e4ndig ist, haben gute Exemplare ihren Preis. Aber die Anschaffung lohnt sich in jedem Fall. Achten Sie darauf, dass Sie nicht nur Notenintervalle, Akkorde und Rhythmen trainieren, sondern auch den&nbsp; Klang einzelner Frequenzbereiche. Der Klassiker speziell f\u00fcr Toningenieure sind die Kurse &#8222;Golden Ears&#8220;, die es online im Abo und auch auf CD gibt. Jeden Tag ein halbes St\u00fcndchen spontane Frequenzerkennung, und nach einem halben Jahr macht Ihnen so leicht niemand mehr etwas vor.&nbsp;Danach hei\u00dft es Geh\u00f6rerhaltung. Es ist ein wenig, wie ins Fitnessstudio gehen. Um die Ohren fit zu halten, sollten Sie regelm\u00e4\u00dfig trainieren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"980\" src=\"https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Golden-Ears-Logo-1024x980.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-445\" style=\"width:168px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Golden-Ears-Logo-1024x980.png 1024w, https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Golden-Ears-Logo-300x287.png 300w, https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Golden-Ears-Logo-768x735.png 768w, https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Golden-Ears-Logo.png 1200w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.3. Welche Arbeits- und Gesundheitsma\u00dfnahmen sind erforderlich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Lautes Abh\u00f6ren macht m\u00fcde. Dar\u00fcber hinaus werden die H\u00f6henwahrnehmung und die allgemeine Urteilskraft wesentlich schneller beeintr\u00e4chtigt. Und der L\u00e4rm birgt Gefahren. Bei Dauerpegeln von 85 dB(A) und mehr sind Langzeitsch\u00e4den beim Geh\u00f6r nicht ausgeschlossen. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen Sie auch mal aufdrehen \u2013 zum Beispiel, um zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob Bass und Bassdrum dr\u00f6hnen und in den Boxenmembranen schnarren. Oder ob die Hochmitten in den Ohren wehtun. Aber drehen Sie besser die Lautst\u00e4rke schon nach wenigen Sekunden auf einen moderaten Wert unter 85 dB(A) wieder zur\u00fcck. Sonst kommt es zu einem Gew\u00f6hnungseffekt und einer Art &#8222;Suchteffekt&#8220;. Dar\u00fcber hinaus kaschiert Lautst\u00e4rke Fehler in der Mischung. Ein wirklich guter Mix klingt auch leise gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Mischen am Bildschirm und vor allem der Musikschnitt strapazieren die Augen. Bei Menschen mit Sehschw\u00e4che kann eine spezielle Bildschirmbrille hilfreich sein. R\u00fcckenproblemen beugen Sie mit regelm\u00e4\u00dfiger R\u00fccken- und Bauchgymnastik und einem guten B\u00fcrostuhl vor. Der Monitor sollte sich etwas tiefer als Augenh\u00f6he befinden. Ein Laptop, auf dessen Monitor Sie weit herunterschauen m\u00fcssen, kann jedoch zun\u00e4chst zu Verspannungen und sp\u00e4ter auch zu ernsthaften R\u00fcckenproblemen f\u00fchren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ber\u00fcchtigt ist durch die starke Dauerbelastung beim Schnitt auch die &#8222;Maushand&#8220;. Vermutlich leidet fast jeder Musikedit-Spezialist im Laufe seiner Karriere einmal unter dieser sehr schmerzhaften und oftmals bald chronischen Sehnenreizung. Beugen Sie dem \u00c4rgernis am besten gleich von Anfang an mit einer gut trainierten Handgelenk-Muskulatur und einer St\u00fctze mit Gelkissen f\u00fcr das Handgelenk vor. Der Studiotisch sollte immer etwas niedriger als der entspannt h\u00e4ngende Ellenbogen sein, damit das Handgelenk nicht nach oben abgeknickt wird. Spezielle Handgelenkmanschetten helfen, wenn die Sehne bereits etwas abbekommen hat.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Mousepad-Kopie-1024x682.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-433\" style=\"width:462px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Mousepad-Kopie-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Mousepad-Kopie-300x200.jpg 300w, https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Mousepad-Kopie-768x512.jpg 768w, https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Mousepad-Kopie.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Mousepad mit Handgelenk-St\u00fctze<\/p>\n\n\n\n<p>Schmerzhaft, schnell chronisch und ausgesprochen hartn\u00e4ckig kann auch eine Schleimbeutelentz\u00fcndung (Bursitis) im Ellenbogen werden. Diese Entz\u00fcndung nennt sich auch Studentenellenbogen und entsteht durch die Dauerreizung, wenn Sie sich mit Ihrem Ellenbogen immer wieder auf dem Arbeitstisch abst\u00fctzen. Bei Linksh\u00e4nder ist der rechte Ellenbogen betroffen, beim Rechtsh\u00e4nder der linke. Fr\u00fchwarnsymptome sind ein trockener verhornter Ellenbogen, eine Hautr\u00f6tung und sp\u00e4ter blutige Risse in der Hornhaut. Vorbeugen k\u00f6nnen Sie der Krankheit, indem Sie die gereizte Haut mit panthenolhaltiger Zinksalbe geschmeidig halten, den Ellenbogen mit einem gro\u00dfen Pflaster sch\u00fctzen und mechanische Reizungen m\u00f6glichst vermeiden. Ist der Schleimbeutel erst einmal entz\u00fcndet, m\u00fcssen Zugsalbe und\/oder der Arzt ran.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.4. Welche Ziele verfolge ich bei der Frequenzstaffelung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zum Hauptthema. Was macht eigentlich einen guten Mix aus, also welche Ziele setzen eine saubere Frequenzstaffelung voraus? Wir versuchen einmal, ideale Eigenschaften einer gelungenen Mischung zu formulieren und zu schauen, welche von der Frequenzstaffelung abh\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.4.1. Transparent<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Transparenz ist das Urziel der Frequenzstaffelung. Ohne Frequenzstaffelung keine Transparenz. Alle Elemente im Mix sollten deutlich vernehmbar und im Stereomix klar ortbar sein, und zwar auch dann, wenn sie im Vergleich zu anderen Elementen im Mix eher leise sind. Solche Elemente k\u00f6nnen zum Beispiel der Gesang, die Instrumente, Hallfahnen oder auch Delay-Wiederholungen sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.4.2. Ausgewogen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ausgewogen&#8220; soll folgendes hei\u00dfen. Im Optimalfall sind alle Frequenzen des gesamten h\u00f6rbaren Frequenzspektrums (20 Hz bis 20 kHz) vorhanden (au\u00dfer vielleicht der extreme Tiefbass zwischen 20 und 40 Hz), und kein Bereich ist stark \u00fcber- oder unterbetont. Stark vereinfacht: Eine Mischung sollte ordentlich B\u00e4sse, Mitten und H\u00f6hen haben, aber von keinem Frequenzbereich zuviel. Im Verlauf des Buches lernen wir, wie man das Frequenzspektrum noch feiner aufteilen kann.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"664\" height=\"430\" src=\"https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/2.-ausgewogen-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-436\" style=\"width:516px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/2.-ausgewogen-1.jpg 664w, https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/2.-ausgewogen-1-300x194.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 664px) 100vw, 664px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Frequenzgang einer ausgewogenen Mischung, angezeigt im Frequenzanalyser Voxengo Span<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.4.3. Breit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir leben seit 50 Jahren im Stereomusikzeitalter, und das darf beim Mixen gerne ausgenutzt werden. Das Stereopanorama bietet viel Platz f\u00fcr die Links-\/Rechts-Dimension. Und was nicht mehr ganz zwischen die Ohren passt, kann \u00fcber psychoakustische Tricks sogar noch weiter nach au\u00dfen gelegt werden. Die Transparenz ist die Mutti der Breite. Nur ein Mix so klar wie Absolut Vodka wird wirklich richtig breit. Breite schafft man mit dem Panoramaregler, dem Balanceregler, dem Laufzeitdelay und mit speziellen Effekten, welche die Stereobasis verschieben oder ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"707\" src=\"https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Shuffler-2-1024x707.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-437\" style=\"width:522px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Shuffler-2-1024x707.jpg 1024w, https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Shuffler-2-300x207.jpg 300w, https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Shuffler-2-768x530.jpg 768w, https:\/\/studiomobil.net\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Shuffler-2.jpg 1236w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nach zwei Dekaden noch immer &#8222;State Of the Art&#8220;, wenn es breit werden darf: Der S1 von Waves<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p><strong>1.4.4. Tief<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein sehr guter Mix hat nicht nur Breite sondern auch Tiefe. Manche Sounds scheinen ganz vorn im Mix platziert zu sein, andere weiter hinten. Das Musikerlebnis wird auch bei herk\u00f6mmlicher grunds\u00e4tzlich eindimensionaler Stereowiedergabe &#8222;plastisch&#8220;. Das Ohr wird bei seinen H\u00f6rgewohnheiten gepackt und erfolgreich get\u00e4uscht. Leider gibt es keinen Regler oder Effekt f\u00fcr die Tiefenstaffelung. Die Werkzeuge sind vor allem der Equalizer und ein hochwertiger Halleffekt. Aber: Ist ein Mix nicht transparent, wird er auch nicht tief. Und damit w\u00e4ren wir wieder bei der Frequenzstaffelung<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.4.5. Laut<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Mix soll laut sein, um sich im Radio oder auf der Tanzfl\u00e4che durchzusetzen. Immer wieder wird das Thema kontrovers diskutiert und oftmals b\u00f6se vom &#8222;Loudness War&#8220; gesprochen, also vom Lautheits-Krieg. Jeder m\u00f6chte mit seinem Song unbedingt der lauteste sein. Tats\u00e4chlich werden laute Songs gegen\u00fcber leiseren im direkten Vergleich immer wieder als druckvoller empfunden. Selbst echte Tonprofis lassen sich manchmal von Lautheit blenden. Was auch immer man davon h\u00e4lt. Der &#8222;Loudness War&#8220; hat eine interessante und gar nicht so schlechte Nebenwirkung: Nur ein wirklich transparenter und ausgewogener Mix wird auch richtig laut, ohne dabei unangenehm zu verzerren. Anders herum: Ein sehr lauter Song, der trotzdem sehr gut klingt, muss zuvor schlichtweg fantastisch gestaffelt worden sein. Im Grunde genommen hat auch der &#8222;Loudness War&#8220; letztendlich daf\u00fcr gesorgt, dass die Qualit\u00e4t der Mischungen heute extrem gut ist. &#8222;Laut&#8220; ist gar nicht immer gleichbedeutend mit &#8222;b\u00f6se&#8220;. Wir k\u00f6nnen festhalten: Laut machen weniger die ber\u00fcchtigten Mastering-Kompressoren und -Limiter, sondern vor allem sauber gestaffelte Frequenzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.4.6. Timingfest<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer timingfest spielt, spielt genau im Takt &#8211; bei der Aufnahme also zeitlich sehr nah am Metronomklick. Viele K\u00fcnstler merken erst im Studio, wie schwer es ist, den Rhythmus zu halten. Fr\u00fcher, im Zeitalter der analogen Bandmaschinen, war es nach der Aufnahme f\u00fcr Korrekturen zu sp\u00e4t. Durch eine gute Frequenzstaffelung werden solche Spielfehler demaskiert, weil die Mischung transparenter wird. Vor der Frequenzstaffelung sollten folglich alle Timingprobleme durch die Musiker und einen pr\u00e4zisen Audioschnitt beseitigt worden sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.4.7. Tight<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Noch so ein h\u00fcbscher, &#8222;denglischer&#8220; Begriff. &#8222;Tight&#8220; hei\u00dft hier etwa &#8222;knackig&#8220;. Um &#8222;timingfest&#8220; zu sein, muss der Musiker die Noten lediglich korrekt im Taktraster wiedergeben, also in der Lage sein, genau zum Metronom spielen. Der Begriff enth\u00e4lt aber keine Aussage dar\u00fcber, wie er die Noten spielt. Dabei geht es vor allem um den Umgang mit dem Instrument und um die Qualit\u00e4t des Instrumentes. Sitzt die einzelne Note straff, drahtig und knackig auf dem Click, oder schwabbelt sie nur drauf herum.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein knackiges, tightes Spiel kommt auch dann zur richtig zur Geltung, wenn die Mischung transparent ist. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen die Impulse vieler tight gespielter Instrumente, insbesondere der Schlaginstrumente, auf derselben Z\u00e4hlzeit zu einer ungewollten H\u00e4rte f\u00fchren. Bei der Frequenzstaffelung werden st\u00f6rende \u00dcberlagerungen solcher Transienten beseitigt, sodass die Mischung zwar noch knackig klingt, aber nicht zu hart.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.4.8. Weitere Attribute<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Song darf nat\u00fcrlich auch druckvoll, fett oder edel klingen. All diese Eigenschaften h\u00e4ngen direkt mit den zuvor besprochenen Attributen Ausgewogenheit, Transparenz und Timing zusammen. Ein Song, bei dem der \u00dcbergang vom Bass zum unteren Mittenbereich aufgrund einer mangelhaften Frequenzstaffelung einbricht, also dort nicht ausgewogen klingt, kann nicht druckvoll oder fett klingen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.5. Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch! Sie haben das Kapitel geschafft. Sie sollten verstanden haben, was der Begriff Frequenzstaffelung bedeutet und wie gro\u00df seine Bedeutung f\u00fcr die Musikmischung ist. Wir haben den alternativen Begriff &#8222;Frequenzzuteilung&#8220; ins Spiel gebracht. Sie sollten au\u00dferdem verinnerlicht haben, wie wichtig es ist, Ihr Geh\u00f6r zu trainieren. Dar\u00fcber hinaus haben wir die positiven Attribute einer Musikmischung und den Einfluss der Frequenzstaffelung diskutiert. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass eine gute Frequenzstaffelung ein unverzichtbarer Bestandteil einer gelungenen Mischung ist, und Sie diesbez\u00fcglich nichts dem Zufall \u00fcberlassen sollten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In den kommenden Artikeln werden wir die Frequenzstaffelung theoretisch und praktisch weiter vertiefen. Und es wird den einen oder anderen Exkurs geben, beispielsweise in die digitale Audiortechnik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor: Alexander Rothenberg Nach einigen Jahren Corona- und Kinderpause geht es endlich weiter mit Tutorials zum Thema Musikmischung mit einem klaren Fokus auf Frequenzstaffelung, der schwierigsten Aufgabe in der Musikmischung. Bestenfalls haben Sie sich bereits erfolgreich die beiden Kapitel zu den akustischen Grundlagen&nbsp; durchgelesen. Dann k\u00f6nnen Sie hier weitermachen.&nbsp; 1. Grundlagen 1.1. Einf\u00fchrung Es gibt &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/studiomobil.net\/?p=427\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eWas ist Frequenzstaffelung in der Musikmischung?\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,6],"tags":[],"class_list":["post-427","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-frequenzstaffelung","category-tutorials"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/studiomobil.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/427"}],"collection":[{"href":"https:\/\/studiomobil.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/studiomobil.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/studiomobil.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/studiomobil.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=427"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/studiomobil.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/427\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":452,"href":"https:\/\/studiomobil.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/427\/revisions\/452"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/studiomobil.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=427"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/studiomobil.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=427"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/studiomobil.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=427"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}